


Inzwischen hat es wohl jeder mitbekommen: Raubkopierer sind Verbrecher und werden (theoretisch) mit bis zu 5 Jahren Freiheitsentzug bestraft.
Dies war schon vor längerer Zeit Grund genug für einige findige Menschen, ein paar Gesetzeslücken auszuloten:
Schon damals, in den Zeiten des guten alten Kassettenrecorders, war es rechtlich unproblematisch, sich seine Lieblingsstücke aus dem Radio auf eine Kassette aufzunehmen. Auch im digitalen Zeitalter besteht diese Möglichkeit: Im Internet findet man eine Vielzahl von Radiosendern, die Tag und Nacht Musik streamen. Diese Musik zu speichern ist laut Gesetz völlig legal.
Im Vergleich mit dem guten alten Radio, bieten diese Internet-Streams aber einige Vorteile:
Wenn ihr ein Linux-System auf eurer Maschine am laufen habt, braucht ihr nur folgende Schritte zu befolgen um alle diese Vorteile auszukosten:
Zum Beispiel per APT:
apt-get install streamtuner streamripper
Alternativ geht das natürlich auch mit einer anderen Paketverwaltung oder manuell vom Sourcecode.
Streamtuner sucht eine große Anzahl an Radiostationen zusammen - da ist bestimmt für jeden Geschmack etwas dabei. Als Standard wird ein Stream, wenn man auf “abspielen” klickt, mit XMMS geöffnet.
Wer gerne seinen eigenen Lieblingsplayer verwenden will, kann das per Bearbeiten->Einstellungen->Anwendungen unter dem Eintrag “Einen Stream anhören” ändern.
%q ist ein Platzhalter für die URL der ausgewählten Radiostation.
Der Aufruf für XMMS sieht also so aus:
xmms %q
So weit so einfach…
Die Einstellungen für den Streamripper sind noch suboptimal, also nehmen wir uns erneut die Optionen unter Bearbeiten->Einstellungen->Anwendungen vor und ändern den Eintrag “Einen Stream aufnehmen” nach folgendem Muster:
x-terminal-emulator -e "streamripper %q -d /home/user/streamed -D %A/streamed/%A-%T -o always -r"
Sieht schlimmer aus als es ist: Beim Klick auf aufnehmen wird ein Terminalfenster von X geöffnet, in welchem das Konsole-Programm “Streamripper” ausgeführt wird. Dieses wird mit einem Satz an Parametern gestartet:
%q -d /home/user/streamed -D %A/streamed/%A-%T -o always -r
Den ersten Parameter kennen wir ja schon: %q ist die URL des Ausgewählten Streams. Mit -d wird der Ordner festgelegt in welchem die gerippten Dateien gespeichert werden sollen - ändert bitte “/home/user/streamed” in einen Ordner eurer Wahl um.
Hinter der Option -D lässt sich eine Struktur angeben, in der die gerippten Dateien gespeichert werden sollen. Dabei gibt es folgende Einstellungsmöglichkeiten:
%S Stream
%A Künstler
%T Titel
%a Album
%D Datum und Zeit
%q Sequenz Nummer (automatisch)
%Nq Sequence (Angefangen von Nr. N)
Bei mir würde das Lied “Bad Religion - Sinister Rouge” vom Album “The Empire strikes first” nun also so gespeichert werden:
/home/user/streamed/Bad Religion/streamed/Bad Religion-Sinister Rouge.mp3
Kommen wir zum Parameter -o welcher angibt, ob bereits existente Dateien überschrieben werden sollen. Da ich das gleiche Lied nicht zwei mal haben möchte, habe ich hier “always” angegeben.
Eine kleine Besonderheit stellt noch das -r Parameter dar: Wenn ich den Stream den ich rippe gleichzeitig noch hören will, könnte ich ihn natürlich zwei mal laden: einmal vom Streamripper und einmal von XMMS (oder einem anderen Player). Da aber nicht jeder Bandbreite wie Heu hat, stellt Streamripper einem die Option zur Verfügung einen lokalen Server aus dem Stream zu erstellen.
Klingt schwierig, ist aber einfach: Es genügt, den -r Parameter zu setzen und in XMMS dann genüsslich folgendem Stream zu lauschen:
http://localhost:8000
Nett oder?
Streamripper hat einen recht intelligenten Algorithmus um die Anfänge und Enden der Stücke zu finden. In einigen Fällen macht es aber Sinn etwas nachzukorrigieren. Je nach Art des Fehlers können folgende Parameter an den Streamripper-Aufruf gehängt werden:
Wenn jedes Lied X Sekunden vom vorhergehenden am Anfang hat:
--xs_offset=X
Wenn jedes Lied X Sekunden vom Nachfolgenden am Ende hat:
--xs_offset=-X
(Man beachte das Minus)
Wenn die Lieder unsauber ausgeschnitten werden und ich gerne einen “Randbereich” hätte (X Sekunden vor dem Lied und Y Sekunden nach dem Lied) um nachher selbst am Lied herum zu schnippeln:
--xs_padding=X:Y
Noch mehr Informationen über die Benutzung des Streamrippers gibt es hier.
Wer des Englischen mächtig ist, findet auf djlosch.com eine ähnliche Anleitung.Ich wünsche euch viel Spaß mit eurer neuen Musiksammlung.
PS: Das Ganze unter Windows einzurichten ist ähnlich einfach. Wenn Interesse besteht sagt Bescheid - dann schreibe ich dazu bei Gelegenheit auch noch einen kurzen Text.
schön schön,
lade sonst immer via usenext, aber das scheint eine willkommene alternative
ich möchte gerade da ein radio steam draufhaben denn ich senden kann also ds uich und mein kolege die denn ferein free hosting füren möchtes selber musik senden