… voll der Kommerz, ey!

30. März 2007 Daniel Mescheder

Der Mittwochmorgen ist bei mir traditionell ein Wochentiefpunkt. Meine persönliche Strategie gegen die motivationshemmende Energiemangel:

  • Maximierung des Kaffee-Konsums
  • Steigerung der Oxygeniumkonzentration im Blut durch Beanspruchung der Fahrradpedale statt diverser motorisierter Vehikel.
  • Bekämpfung der temporären Unlust durch rockige Musik auf den Ohren.

Nun erreiche ich also in einem durch Koffein, Sauerstoff und Adrenalin ausgelösten rauschähnlichen Zustand den Zielort, stelle mein Fahrrad ab und entferne mich dann vom Fahrradständer - mit dem Kopf zur Musik nickend. Unterwegs kommt mir der lokale Quotenpunk entgegen:

“Ey, wat hörste?”
Ska-P läuft grad, … voll geil!”
Ska-P? Die sind doch mal übelst Kommerz geworden!”.

Ratlos blicke ich ihm nach bis seine Converse-Schuhe und sein Nietengürtel hinter einer Ecke verschwunden sind.

“… voll der Kommerz, ey!” - was genau will einem ein Mensch damit sagen? Nüchtern betrachtet ließe sich ‘Kommerz’ wohl am besten definieren als “Aufgabe der eigenen Individualität zugunsten eines hohen Markterfolges”. Also der Frevel, sich als linker dem kapitalistischen System zu beugen.

Der Quotenpunk

Aber mal ehrlich: Ich glaub nicht dass es sich bei dieser verurteilenden Phrase um ein Bekenntnis zum antikapitalismus handelt. Viel mehr will der Sender der Botschaft eins: dicke Eier demonstrieren.

Markant ist der oft auf “… die sind voll Kommerz geworden!” folgende Satz: “Die alten Tracks, die waren noch geil!”. Hier liegt die eigentliche Intention verborgen: Durch die Aussage, er habe die soeben kritisierte Band schon vor ihrem komerziellen Erfolg gut gekannt, grenzt sich der Sprecher vom allgemeinen Pöbel ab und demonstriert seine Überlegenheit. Letztlich hat dieser Satz also den selben Hintergrund wie das “Früher hätte es soetwas nicht gegeben!”, was ihr vielleicht von euren Großeltern kennt: Eine reine Zurschaustellung der eigenen superioren Stellung.

Gut gelaunt setze ich meinen Weg fort. Mir wurde zwar gerade ein chiffriertes “Ich bin etwas besseres als du!” an den Kopf geworfen, aber was solls: Dafür habe ich einmal wieder erfolgreich mein Wochentief bekämpft. Auch ohne die alten Zeiten zu kennen.

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Soziale Striptease im Netz

28. März 2007 Daniel Mescheder

In dem ganzen großen Wirbel um den Web2.0-Hype spielen so genannte “Soziale-Netzwerke” eine große Rolle. Die Idee: man legt ein Profil im Web an über welches man beispielsweise die Möglichkeit hat mit Freunden in Kontakt zu bleiben.

Ein Problem der heutigen Entwicklung in diesem Bereich, ist jedoch das riesige Überangebot an Anlaufstellen: Wer alle seine Bekanntschaften auch im Internet weiter pflegen will (ob das Sinn macht sei dahin gestellt) muss sich schon die Zeit nehmen, sich bei mySpace anzumelden, sich beim StudiVZ anzumelden, sich beim SchülerVZ anzumelden, sich bei Friendster anzumelden, sich bei Facebook anzumelden, sich bei XING anzumelden, … (Die Liste ist noch lange lange nicht komplett)

Die Folge: Ein völliger Orientierungsverlust, was man wo von sich Preis gegeben hat und ein großer Aufwand, die Entwicklungen in allen diesen Netzwerken im Auge zu behalten.

Robert Basic stellt in seinem Blog einen alternativen Ansatz vor:

Man kombiniere den Gedanken des dezentralen Blogwesens, seiner brutalen Simplizität und seiner vernetzten Struktur mit dem Gedanken der bis dato allesamt zentral aufgebauten Social Networks wie MySpace und Konsorten.

Der Gedanke ist super! Statt sich durch viele zentralisierte Netzwerke zu klicken bräuchte man seine Daten und Kontakte nur noch an einer Stelle zu pflegen. Viele der Faszinationen aus den bekannten Netzwerken - wie etwa Gruppenbildung, Freundeslisten, … - ließen sich auch durchaus rekonstruieren, das Hauptproblem bestünde jedoch darin, ein ähnlich einfaches Niveau zu erreichen. Nicht jeder hat Zeit und Muße sich einen Webspace zu mieten und ein Blogsystem zu installieren.

Was man bräuchte, wären weitere Standards, an die sich auch Bloganbieter wie Wordpress.com, Blogger.com oder Blog.de halten, um ein einheitliches Bild und einen hohen Grad an Kompatibilität zwischen diesen schnell einzurichtenden und kostenlosen Blogs zu gewährleisten.

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Das war das absolut letzte…

24. März 2007 Daniel Mescheder

… Mal, dass die 07er Abiturienten des Hans-Ehrenberg-Gymnasiums ihrer Schulpflicht nachkommen mussten: Gestern am 23.02.2007 wurde der letzte Schultag im Rahmen des traditionellen “Abi-Sturms” gefeiert.

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Schon die vorige Woche war von kreativem Aktionismus (die konservativeren Kreise in der Lehrerschaft würden dies als Beschönigung einer reinen destruktiven, lauten und unreifen Spaßkultur werten ;) ) geprägt. In der so genannten “Mottowoche” wurde Zusammengehörigkeit in der Phase des Endspurtes zelebriert - Ich persönlich hatte selten in der HES so viel Spaß gehabt.

1. Mottotag: Camper

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Bierbauch, Maika, Jogginghose: So assi wie möglich und chilliger denn je sollte die Präsentation des 07er Jahrgangs am Montag stattfinden. Trotz frostiger Temperaturen bei luftiger Kleidung gehörte der Grill auf dem ehemaligen Raucherhof hier zur Standardausstattung.

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Die Bandbreite an Verkleidungen zeugte von viel Kreativität und parodierte wunderbar das Phänomen des “Camper-Tourismus”.

Meine persönlichen Favourites an diesem Tag:

Größter Assi-Faktor: Henni
Größte Authentizität: Felix (wenn der mal nicht in 20 Jahren wirklich so aussieht ;) )

2. Mottotag: Piraten / Fluch der Karibik

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7:45 - Landratten und Leichtmatrosen steigen mit einem ungläubigen Blick aus den Bussen der Linie 81 und 135: dort an der Apotheke vor dem Ehrenbergplatz hatte sich der Schrecken der Weltmeere, die Crème de la Crème unter den Piraten versammelt. Nach einigen Minuten gedultigen Ausharrens blies der 1. Maat endlich zum Sturm: unter dem Donnern des “Fluch der Karibik”-Soundtracks wurde die Hans-Ehrenberg-Schule geentert!

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Der in sich stimmige Auftritt der Stufe sorgte für das richtige Piraten-Feeling. Einige besonders verwegene Freibeuter übten sich sogar in der Disziplin des Angst-und-Schrecken-verbreitens indem sie Klassenräume Fachgerecht enterten und alles mitgehen ließen was nicht niet- und nagelfest war:

(Die erbeuteten Schwämme, Kartenständer und Mülleimer wurden natürlich in bester White-Hat Tradition auf dem Flur in heilem Zustand wieder abgestellt ;) )

Besonders gefallen haben mir hier:

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Größte Authentizität: Jonas R. - ein waschechter Pirat. Seine werte Freundin Laura S. wirkte aber auch durchaus überzeugend.
Aufwendigstes Schminkwerk: Jonas I.
Aus-der-Reihe-Tänzer: Thomas - wunderbarer Auftritt als “Commodore”
Am allerbesten: Das geniale Gesammtbild ;)

Nach diesem Tag ging mir das Lied “Weird Beard” der Mad Caddies nicht mehr aus dem Ohr - vielleicht sollten wir mal einen Abi07-Segeltrip planen ;)

3. Mottotag: Hippies / Woodstock

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Mittwoch, 1. große Pause: Große Aufruhr vor dem Lehrerzimmer. Die Hippies der 2007er Generation haben sich zum großen Sit-In versammelt. Auf ihren handgemalten Schildern und Plakaten sowie in den Sprechgesängen, die zwischen den Klängen der Flowerpower ertönen erkennt man ihre Forderungen für eine bessere Welt: “Make Drugs, not Bombs“, “Ficken für den Weltfrieden” sowie die alles sagende Feststellung “Ich bin dagegen“.

Svenja's Fotos
 
 

Die wilden Hippie-Jahre wurden an diesem Tag mit allen Sinnen durchlebt: die vielen bunten Farben, die obligatorischen Klänge von Gitarren, Flöten und Tambourins und der Geruch von Räucherstäbchen sorgten für den richtigen Flair.

Für besonders erwähnenswert halte ich diesmal:

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Größte Authentizität: Anna-Sophie. Nicht so Bunt, aber ich hätte ihr den Hippie sofort abgenommen!
Knallige-Farben-Queen: Annika A.
Bester Gruppenauftritt: “Kommune 07″ des Sport-LKs

Peace, Freunde! Make Abi, not war!

4. Mottotag: Märchen

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“Es war einmal” - so fangen viele Märchen an. Und so fängt auch dieses an…
… wo sich der gestiefelte Kater und Rotkäppchen umarmen während Schneewittchen die Treppe hinuntersteigt - sieben Zwerge im Schlepptau - und kurz dem Froschkönig zuwinkt, da müssen 07er HES-Abiturienten am Werk sein!

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Der vorletzte Schultag war geprägt durch kreative Kostüme und einer leichten Melancholie; Schließlich war es der Tag der letzten Stunden der Leistungskurse, in denen jeder in den letzten zwei Jahren viel Zeit verbracht hatte.

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Dennoch überwog die gute Stimmung - zum Beispiel als das Transvestiten-Schneewittchen (Jakob) und die sieben Zwerge als Rattenfänger von Hameln fungierten und laut “Hey Zwerge, ho Zwerge, …” trällernd eine Meute Unterstufenschüler durch die Schulflure führten.

Besonders erwähnenswert waren diesmal:

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Beste Gruppenauftritte: Da gab es sehr viele gute Inszenierungen. Darunter z.B. “die Bremer Stadtmusikanten” (Hina, Ani und Vanessa) und die genannte “Schneewittchen plus Zwerge”-Nummer bei welcher ich mitspielen durfte.
Größte Authentizität: Laura S. und Jonas R. als “Der Fischer und seine Frau” ;)
Aus-der-Reihe-Tänzer: Adam und Esra traten als “Adam und Eva” auf und verfehlten zwar das Thema, konnten aber dank dem Minimum an Kleidung und der Namensparallele durchaus überzeugen.

Der Sturm

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Der Traditionelle Abisturm stand unter dem Motto “Frau Dr. Sommers Labiratorium - Versuchskaninchen 07″ und demonstrierte so das Selbstverständnis dieses Jahrganges als Spielball im Großexperiment “Zentralabitur” (Anmerkung: Barbara Sommer ist Ministerin für Schule und Weiterbildung in NRW). Mit Ausnahme dieser anklingenden politischen Kritik hob sich der letzte Tag dieses Jahrgangs nicht besonders von den Aktionen vergangener HES-Generationen ab.

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Bei winterlichen Temperaturen mussten Lehrer vor der Schule ihr Geschick im Umgang mit dem Rollstuhl beweisen bevor es in die Aula ging, wo weitere Aufgaben warteten. Timo und Lulle moderierten diese Stunden vorzüglich mit einem markanten Humor. Auch der Technik-AG sind wir zu Dank verpflichtet - diese Schüler machten einen tollen Job und sorgten für den richtigen Sound, obwohl sie erst wenige Tage vorher um Mithilfe gebeten wurden und daher sehr spontan anrücken mussten.

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Im Anschluss trafen sich traditionsgemäß Abiturienten und Ehemalige sowie Schüler der Stufen 10-12 und sennestädter Hauptschüler :roll: auf der Maiwiese wo alle von einem gigantischen Vorrat von 1000l mit Freibier versorgt wurden.

Den goldenen Horst für besonderes negatives Auffallen erhielt an diesem letzten Freitag unser Kumpan Benni, der es sich nicht nehmen lassen konnte, noch vor dem Anstechen des Abifasses, seinen Mageninhalt mitten im FZ zu entleeren und dann nach Hause kutschiert werden musste.

Was bleibt…

… ist ein fader Beigeschmack. Bei all der Freude über die neue Freiheit sind es doch zwei Dinge die nicht aus dem Kopf wollen:

Erstens die drohenden Abi-Klausuren in der direkt folgenden Woche, die ihre Schatten vorrauswerfen.

Zweitens das Wissen, dass mit der Schulzeit auch auch eine Zeit der Gemeinsamkeit zu Ende geht. Mit einer gewissen Sentimentalität muss man realisieren, dass man wohl nicht nocheinmal mit all den tollen Leuten seine Freistunden verbringen wird. Ich möchte jedem einzelnen von euch Danke sagen - sicher hat nicht jeder jeden gemocht und es war auch nicht immer nur schön, aber ich hab mich immer von freundlichen und interessanten Menschen umgeben gefühlt! Viele von euch hätte ich gerne noch etwas besser kennen gelernt - aber wer weiß, ob sich die Gelegenheit dazu nicht vielleicht doch nocheinmal ergibt.

Was auch immer sich für jeden Einzelnen ergeben mag - ich hoffe man sieht sich noch das eine ums andere Mal wieder und wünsche allen viel Erfolg für die Abi-Klausuren!

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Dreiviertelstundenkunst II.

17. März 2007 Daniel Mescheder
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Vor Kurzem hatte ich dazu aufgefordert, mir Langeweilekunst aus 45 Minuten Unterricht zukommen zu lassen. Ich habe tatsächlich ein paar Werken erhalten, welche ich euch nicht vorenthalten will. Daher habe ich sie wie angekündigt in dieser Galerie veröffentlicht.

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Wie erwartet sind Bilder unterschiedlichster Art entstanden - einzig die Motivation durch den kreativen Malprozess die ewig scheinenden Minuten einer langweiligen Unterrichtsstunde zu überbrücken haben alle 3/4h-Künstler gemeinsam.

Ich nehme weiterhin gerne eure Werke entgegen!

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