


Der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg und die Namensverwandte Brauereigruppe haben eine Gemeinsamkeit: Was sie produzieren hat kaum mehr Wert als ein paar Cent.
Schon öfters hat Günther Oettinger durch negative Schlagzeilen auf sich aufmerksam gemacht:
Mit Bezug auf den Zweiten Weltkrieg und das nachfolgende Wirtschaftswunder meinte der Ministerpräsident: Die Deutschen seien heute in der “unglaublich schönen Lage”, nur von Freunden umgeben zu sein. Und dann: “Das Blöde ist, es kommt kein Krieg mehr.” (Von: stern.de)
Diese Aussage fiel nicht im Rahmen eines hochoffiziellen Anlasses und man kann sich sicher sein, dass der etwas naive Politiker hier keinen dritten Weltkrieg forderte, sondern einfach mal lustig sein wollte.
Nun prasseln erneut die Schlagzeilen auf den CDUler: “Es würde nicht schaden, wenn er geht” titelt FR-Online. Der Grund ist seine Ansprache anlässlich des Staatsakts zum Tod des ehemaligen Ministerpräsidenten Hans Filbinger, in welcher es u.A. heißt:
Anders als in einigen Nachrufen zu lesen, gilt es festzuhalten: Hans Filbinger war kein Nationalsozialist. Im Gegenteil: Er war ein Gegner des NS-Regimes. Allerdings konnte er sich den Zwängen des Regimes ebenso wenig entziehen wie Millionen Andere. Wenn wir als Nachgeborene über Soldaten von damals urteilen, dann dürfen wir nie vergessen: Die Menschen lebten damals unter einer brutalen und schlimmen Diktatur!
Die Affäre Filbinger war und ist - wie fast alle Verfahren über Nazi-Verbrechen - eine schwammige Angelegenheit. In welchem Maße man den promovierten Rechtswissenschaftler für die verhängten Todesurteile verantwortlich machen kann, ist heute wohl nicht mehr entscheidbar.
So lässt sich kaum eine Aussage über die sachliche Korrektheit des Oettinger-Nachrufes machen. Wohl aber lässt der Text auf mangelndes politisches Feingefühl schließen. Es ist wohl allgemein bekannt, dass die Deutschen - besonders die deutschen Medien - sehr empfindlich auf alles reagieren, was im thematischen Kontext des Nationalsozialismus steht. Oettinger ist sicherlich kein Nazi und es ging ihm wohl in erster Linie darum, etwas nettes über einen gerade verstorbenen Menschen zu sagen. Er sagt selbst, er habe in keiner Weise die Verbrechen der Nationalsozialisten relativieren wollen. Aber als ein Mensch, der im Zentrum des öffentlichen Interesses steht, hätte er ahnen sollen, dass er einen Viralpunkt der deutschen Mentalität treffen würde.
Es folgt direkt der wesentliche Unterschied zwischen Ministerpräsident und Gebräu: An das Billigbier stellt kein Mensch besondere Qualitätsansprüche - von einem Staatsdiener hingegen erwartet man, dass er weiß, wovon er redet.
Aber alles in allem haben wir wichtigere Probleme als verbale Ausrutscher plappernder Politiker. Messt dem ungeschickten Nachruf nicht mehr Wert bei als die paar Cent, für die er gebraut worden ist und beurteilt den Landesvater Baden-Württembergs lieber anhand seiner politischen Entscheidungen!
Der Beitrag wurde am Samstag, den 14. April 2007 um 23:58 Uhr veröffentlicht und wurde unter Gesellschaft & Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.Hey denjo, dein Artikel zeigt sehr schön die fast schon krimminelle Art einiger Medienvertreter Rufmord zu betreiben. So wird meistens nur ein Fetzen einer Rede genommen und darauf die kommplete Argumentation aufgebaut. Was in der Regel eine völlige Sinnentstellung bedeutet.
So wird aus einer Rede, die der Famile von Herrn Filbinger nur Seelenfreiden verschaffen soll, eine Hetze gegen einen Ministerpräsidenten. Und so wie du zitierst ergibt das ganze schon eher Sinn. Und gerade daruas ergibt sich doch die weitaus spannendere Frage: Wie sollte man mit der Schuld seiner Großeltern umgehen….
Doch ich weiß das man auf soetwas nur eine eigene Antwort finden kann…. MFG
moinsen daniel!
ich find den satz “An das Billigbier stellt kein Mensch besondere Qualitätsansprüche - von einem Staatsdiener hingegen erwartet man, dass er weiß, wovon er redet” genial *gg*. ist was wahres dran. ich fand eigentlich nicht die rede an sich so schlimm (gut gemeint, aber etwas daneben) sondern das ganze rumgedruckse danach, bis er endlich mal gesagt hat, er hat da mist erzählt. damit hat er kurzfristig ja wohl alles noch schlimmer gemacht. zum glück isser ja noch rechtzeitig zurückgerudert *gg*.
greetz
juwe