Die Frage nach der Frage ist immernoch dekadent

6. Oktober 2007 Daniel Mescheder

Pseudowissenschaften sind ein Phänomen für sich.

Meiner Beobachtung nach entstehen sie immer dann, wenn man versucht schwer griffige Sachverhalte auf eine akademischen Ebene zu heben ohne dass eine Basis für Diskutierbarkeit geschaffen wurde oder schaffbar ist.

Ich habe beim Aufräumen meines Zimmers einen Kurzaufsatz gefunden, den ich im Rahmen des schulischen Religionsunterrichtes als Hausaufgabe über den Text “Kann man Auschwitz Gott anlasten?” aus “Die Hiobsfrage ist immer noch virulent” von Ursula Homann verfasst habe.

In dem Text “Kann man Auschwitz Gott anlasten?” aus “Die Hiobsfrage ist immer noch virulent” demonstriert Ursula Homann eindrucksvoll, wie sich Autoren auf der Vergeblichen Suche nach den richtigen Fragen in belanglose Bagatellen verstricken.

“Virulenz bezeichnet die Wirksamkeit, z.B. einer Idee oder einer sozialen Bewegung.” (Wikipedia)

Die Autorin sucht also nach der Wirkung Hiobs. Dabei gibt sie sich weltverbesslerisch indem sie gezielt nach einer christlichen Erklärung für das Grauen Auschwitzs sucht.

Es scheint aber, als habe sie sich dabei nicht die zentrale Frage gestellt, die für jeden Autor den Anfang seiner Recherchen markieren sollte: “Was ist eigentlich unser Problem?”. Statt dessen gibt es Zitate und Dogmen aus der Dose.

Is’ ja kein Problem - wenn mein Text nicht zur Gesellschaft passt, muss ich mir halt den Leser dem Text anpassen.

So drückt uns Homann äußerst “virulente” Fragen wie “War Hiob Jude?”, “Wie geht Hiob mit Leiden um?”, “Ist Leiden ein Einwand gegen Gott?” oder “Muss man Morde und Massentötungen Gott anlasten?” auf die Stirn.

Nachdem sich der Leser nun durch den scheinbar alles auflösenden Text gekämpft hat, ereilen ihn gleich 4 Erkenntnisse:

  1. Ich bin nicht schlauer als vorher.
  2. Die Welt ist nicht besser als vorher.
  3. Wir wissen immer noch nicht, was wir überhaupt wissen wollten.
  4. Ich bräuchte dringend einen neuen Kaffee; wo sind eigentlich meine Socken; kann mal einer den Papierkram hier entsorgen? Mensch, schon wieder Montag (wir sagen alle brav “Amen” und “Danke”)

Bitte bitte, liebe Theologen: Ihr verwechselt da etwas! Religion ist etwas was für Menschen da sein soll, ihnen Halt geben soll in schwierigen Zeiten, ihnen eine soziale Plattform bieten soll. Wenn ihr versucht dies auf eine akademische Ebene zu heben verstrickt ihr euch doch nur in Widersprüchen und helft niemandem damit auch nur einen Meter weiter!

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Herzlichen Glückwunsch ihr Tratschtanten

12. Mai 2007 Daniel Mescheder

Ja, euch meine ich da draußen. Ihr die ihr euch in den Ecken zusammenrottet und redet - ohne dass eure Stimmen die magische Schwelle überschreiten dürften die Hörbarkeit im Umkreis von 2m bedeuten würde. Nur einzelne Begriffe die der gezielten Akzentuierung eurer Position dienen, mögen ab und an diese Schwelle überschreiten. Dazu erhöht ihr sowohl Frequenz als auch Amplitude eurer Stimmbänder - das Wort breitet sich wellenhaft im Rachenraum aus, bekommt durch die Zunge seinen besonders hinterhältigen Charakter und verlässt den Mund durch die vom höhnischen Lachen weit auseinander klaffenden Lippen. Gespannt beobachtet ihr dann, wie die euch umgebenden scheinbar Vertrauten ob der gewaltigen Provokation die mit dem Bruch der 2m-Schwelle verbunden ist zusammenzucken.

Dies ist der richtige Moment um noch einen drauf zu setzen: Fast automatisch hebt sich euer Arm, der Ellenbogen streckt sich bis der kritische Winkel von etwa 160 Grad erreicht ist. Teleskopartig streckt ihr den Zeigefinger, während die ansonsten locker geballte Faust die Gleichgültigkeit demonstriert, in der ihr mit verbaler Gewalt um euch schlagt.

Herzlichen Glückwunsch denn ihr seid das Rückgrat des kognitiven Abfall produzierenden Monsters, welchem ihr jeden Tag auf der Straße begegnet!

Kognitiver Abfall

Die gewitzteren unter euch dürften vielleicht langsam dahinter gekommen sein, welche Art asozialen Verhaltens ich euch vorwerfe: Das Tuscheln hinter der vorgehaltenen Hand, das Lästern, das Tratschen und Gerüchte Verbreiten.

Jenes perverse Verlangen welches ihr (die Boulevardpresse sagt “Danke” und “Amen”) im geselligen Kreise gleichgesinnter auslebt.

Ich werde - extra für euch - meinen Punkt zum besseren Verständnis einmal konkretisieren: Das allgemein oft durch den Begriff “Lästern” oder “Tratschen” umrissene asoziale verbale Verhalten lässt sich definieren als das monoperspektivistische Abwerten ausgewählter Zielpersonen ohne einen besonderen Gesellschaftlichen oder sozialen Nutzen (wohl aber eine Profilierung der eigenen Person) anzustreben und ohne dieser Person die Möglichkeit zu bieten sich zur Wehr zu setzen.

Folgende Symptome sind oftmals Begleiterscheinungen oder gar Ursachen dieses Verhaltens:

  • Reden um des Redens willen.

    Wir wissen dass die zwischenmenschliche Kommunikation eine hohe Kunst ist. Es ist nicht immer einfach sich mit einem Gesprächspartner auf eine gemeinsame Ebene zu begeben. Das Resultat ist oftmals, dass man um die Kommunikation aufrecht zu erhalten sich auf das niedrigste denkbare Niveau begibt und auf sinnvolle Inhalte einfach verzichtet.

  • Schwache bis keine Argumentation.

    Argumentation ist beim “Lästern” und “Tratschen” überflüssig: Es gibt schließlich niemanden der eine gegenteilige Meinung vertreten würde! Des weiteren würde eine ausgefeilte Argumentation dem Leitsatz des möglichst niedrigen kognitiven Anspruchs nicht gerecht werden.

  • Starke emotionale Komponente.

    Ist doch ausnahmsweise eine Begründung der eigenen Position notwendig, so beschränkt man sich in der Regel auf eine starke emotionale Akzentuierung des Gesagten. Dies ist kaum zu widerlegen und fördert die eigene Profilierung.

  • Positive Abgrenzung der eigenen Persönlichkeit.

    Durch das negative Hervorheben fremder Charaktereigenschaften versucht eine “Tratschtasche” den eigenen Charakter in einem möglichst guten Licht darzustellen. Das ist auf der einen Seite so etwas wie emotionale Masturbation und dient auf der anderen Seite ebenfalls der angesprochenen Profilierung.

  • Netzwerkeffekt und Schweigespirale.

    Diese sozialen Effekte lassen sich in einer solchen geselligen Runde oft zuhauf beobachten. So trauen sich oftmals beteiligte Personen nicht, eine konträre Meinung zu vertreten, da sie (fälschlicherweise) glauben mit ihrer Position isoliert zu sein.

Praxisbeispiele

Um euch zu helfen das perverse Verlangen welches euch immer wieder beschleicht zu bekämpfen will ich demonstrieren, wie sich der aus der Definition auslesbare Kriterienkatalog zum Prüfen der eigenen Verhaltensweise dienen kann. Hier also ein paar Beispiele aus dem Alltag:

1) Der Grillabend

Auf einem Grillabend geht das Bier aus. Betretenes Schweigen tritt ein. Um die Stimmung zu lockern ergreifst du das Wort und schilderst wie du den Klaus-Martin* in der Stadt getroffen hast mit soner Tuse im Arm die is ja hässlich wie die Nacht und dass der ja wirklich jede Woche ne Andere und überhaupt…!
Froh über die Ablenkung steigen deine Freunde mit ein und bestätigen das ginge ja nicht und sie hätten ja immer schon gewusst, dass wie der sich auch immer anzieht und neulich und hässlich ist er auch noch!

Monoperspektivismus

Ja!
Niemand scheint es als notwendig zu erachten, auch positive Dinge über Klaus-Martin in das Gespräch einfließen zu lassen oder gar Gerüchte als solche bloß zu stellen und ihren Wahrheitsgehalt in Zweifel zu ziehen!

Abwertung einer ausgewählten Person

Ja!
Klaus-Martin ist hier klar das Opfer.

Ohne gesellschaftlichen oder sozialen Nutzen

Ja!
Allein die Überbrückung der temporären Trockenphase kann nicht als gesellschaftlicher Nutzen gewertet werden, insbesondere da die Situation durch das Gespräch keinesfalls besser wird.

Angegriffene Person hat keine Möglichkeit zur Stellungnahme

Ja!
Klaus-Martin ist nicht anwesend und hat somit keine Möglichkeit sich zu wehren.

Prädikat Asozial

* Name geändert

2) … unter Beschuss

Eines Tages nimmst du mich bei Seite und sagst “Daniel…” suchst noch einmal kurz nach Worten und beginnst dann noch einmal: “Daniel du bist mir ja mal sowas von unsympatisch! Immer dieses Gehabe und immer nur am Scheiße labern - das geht mir sowas von auf die Eier! Außerdem wäre ich dir sehr verbunden, wenn du vielleicht einmal was ordentliches anziehen würdest und vielleicht mal morgens mit ‘nem Kamm durch die Haare gehen würdest! Meine Fresse…”

Monoperspektivismus

Ja!
Die Schimpftirade fällt nicht sonderlich differenziert aus - es zeichnet sich nur eine Perspektive ab.

Abwertung einer ausgewählten Person

Ja!
Hier bin wohl ich das Ziel.

Ohne gesellschaftlichen oder sozialen Nutzen

Nein!
Ich kann mir im Folgenden überlegen, wie ich mit der Kritik umgehen soll. Das kann etwa dazu führen, dass ich dich in der Folgezeit meide oder auch dass ich einmal bewusster auf die von dir kritisierten Verhaltensweisen achte.

Angegriffene Person hat keine Möglichkeit zur Stellungnahme

Nein!
Ich werde direkt angesprochen und kann somit unmittelbar zu den Vorwürfen Stellung beziehen. Sinnvoll wäre es an dieser Stelle für mich, noch differenzierteres Feedback einzufordern, um den gesellschaftlichen Nutzen deiner Kritik zu erhöhen… ;)

Prädikat OK

3) Direkt aus der Klatschpresse

Du bist shoppen mit einer Freundin. Diese Tätigkeit verlangt von euch, euer Nervenzentrum temporär auf Standby zu schalten - dem Niveau eurer Gespräche ist somit eine natürliche Obergrenze gesetzt.

Nach einem Blick auf den Zeitungsstand beginnt ihr eine kontroverse Diskussion, wie Angelina Jolies Hang zur Adoption zu bewerten sei.

Monoperspektivismus

Nein!
Durch die Kontroversität eurer Debatte ist eine Durchleuchtung der Fragestellung auf unterschiedlichen Ebenen gewährleistet.

Abwertung einer ausgewählten Person

Ja!
Auch wenn das nicht euer Ziel ist: allein dadurch dass Themen aus der Klatschpresse aufgegriffen werden, welche sich in das Privatleben ausgewählter Personen einmischen, wird deren “soziale Abwertung” unterstützt!

Ohne gesellschaftlichen oder sozialen Nutzen

Nein!
Angelina Jolie ist hier nur ein “Aufhänger” für die eigentliche Debatte: Wie sind Adoptionen allgemein zu bewerten? Dadurch dass ihr in dieser Frage Position bezieht, könnt ihr kompetenter reagieren, wenn die Thematik für euch selbst einmal relevant werden sollte!

Angegriffene Person hat keine Möglichkeit zur Stellungnahme

Ja!
Eines der wesentlichen Probleme der Boulevard-Medien. Das Recht zur Gegendarstellung ist bei weitem nicht unmittelbar genug um diesen Punkt mit “Nein” beantworten zu können.

Prädikat OK

Um des Redens willen

Mir ist klar, dass man nicht immer über Politik und Umweltschutz sprechen kann. Mir ist klar, dass Bemerkungen über das Wetter nach einiger Zeit ausgelutscht sind. Mir ist klar, dass jeder hin und wieder gerne das Gehirn aus knipst und seinem Mundwerk freie Hand gewährt. Aber auch hier gilt: “Niveau ist keine Handcreme” (Quelle unbekannt).

Es ist möglich, zu reden ohne etwas zu sagen und dabei niemanden durch den Kakao zu ziehen, der nicht die Möglichkeit hätte sich direkt zu wehren. Eine gehörige Portion Selbstironie kann dabei übrigens nicht schaden.

Einen letzten Appell…

… will ich euch noch auf den Weg geben: Das nächste Mal, wenn in geselliger Runde über Andere hergezogen wird, demonstriert doch mal dass ihr die Eier habt die ungeschriebenen Gesetze zu brechen und gegen den gesellschaftlichen Konsens anzugehen: “Mädels, der Junge ist vielleicht wirklich nicht der hübscheste, aber wenn es mal drauf ankommt, ist Klaus-Martin verlässlicher als ihr hier alle zusammen!”

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BILD-Reporter sind die schlimmeren Terroristen

1. Mai 2007 Daniel Mescheder

Dass die ehemalige RAF-Terroristin Susanne Albrecht inzwischen an einer Bremer Grundschule Migrantenkindern Deutschunterricht erteilt ist schon länger bekannt. Die BILD-Zeitung hat wieder etwas mehr Zeit gebraucht. Verständlich: Ein guter Skandal will sorgfältig geplant werden.

Nun haben sie es wohl endlich geschafft: „Verurteilte RAF-Mörderin arbeitet als Grundschullehrerin in Bremen“ titelt sie in großen Lettern. Wie es sich für die deutsche Presselandschaft gehört breitet sich der durch die Boulevard-Macht gestreute Samen in Windeseile aus:

Ex-RAF-Terroristin unterrichtet Migrantenkinder“, “Ex-Terroristin gibt Deutschunterricht” und ähnlich lauten die Schlagzeilen. Gleichzeitig melden sich massenhaft BILD-loyale und/oder skandalgeile Kritiker zu Wort die der Bremer Regierung gar “ein Herz für Terroristen” vorwerfen.

Es wird wohl niemanden wundern, dass die dortige CDU schleunigst die tickende Bombe weiter gibt: wo Deutschlands Boulevardpresse hin tritt, wächst kein Gras mehr - und als rückgratsloser Politiker lässt man sich lieber nicht mit in den Brennpunkt der Kritik ziehen.

CDU-Bürgerschaftsfraktion, Hartmut Perschau, reagierte am Montag “mit Erstaunen und Unverständnis” auf die Nachricht, dass Albrecht seit Jahren in Bremen Migrantenkindern Deutschunterricht gibt.
[…]
Perschau nannte es “völlig untragbar, dass unsere Kinder von einer verurteilten RAF-Terroristin unterrichtet werden”. Die Äußerung von Bildungssenator Lemke, es handele sich hierbei “um ein Beispiel gelungener Resozialisierung”, sei schwer nachvollziehbar. Perschau sagte, “unser Rechtsstaat sieht eine Resozialisierung vor, diese darf aber nicht auf dem Rücken unserer Kinder erfolgen”. (Quelle)

Vielen Dank für dieses Statement, Herr Perschau.

Susanne Albrecht

Da wir uns im Gegensatz zur Bremer CDU unsere Meinung nicht BILDen lassen, schauen wir uns als erstes einmal an, um wen es eigentlich geht:

Die 1951 in Hamburg geborene Susanne Albrecht war Tochter eines angesehenen Anwalts. Sie besuchte ein Internat in Holzminden, wo sie 1971 ihr Abitur absolvierte. Im selben Jahr begann sie ein Studium der Pädagogik, Soziologie und Psychologie an der Universität Hamburg. Sie beteiligte sich an diversen Hausbesetzungen und kam in Kontakt mit einigen anderen späteren RAF-Mitgliedern - unter anderem auch Christian Klar. Nachdem sie ihr Staatsexamen für das Grund- und Realschullehramt erfolgreich abgelegt hatte, schloss sie sich der RAF an.

Am 30. Juli 1977 war Albrecht zusammen mit Klar und Monhaupt an der Ermordung Jürgen Pontos beteiligt. Rund zwei Wochen später gibt sie dazu das folgende Statement ab:

Wir haben in einer Situation, in der Bundesanwaltschaft und Staatsschutz zum Massaker an den Gefangenen ausgeholt haben, nichts für lange Erklärungen übrig.
Zu Ponto und den Schüssen, die ihn jetzt in Oberursel trafen, sagen wir, daß uns nicht klar genug war, daß diese Typen, die in der Dritten Welt Kriege auslösen und Völker ausrotten, vor der Gewalt, wenn sie ihnen im eigenen Haus gegenübertritt, fassungslos stehen.
Das Staatsschutzgeschmier von »Big Money« ist Dreck wie alles, was zu der Aktion gesagt worden ist.
Es geht natürlich immer zuerst darum, das Neue gegen das Alte zu stellen, und das heißt hier: Den Kampf, für den es keine Gefängnisse gibt, gegen das Universum der Kohle, in dem alles Gefängnis ist. (Quelle, Kontext)

Sie beteiligte sich am 25. Juni 1979 an einem Sprengstoffanschlag auf General Alexander Haig und tauchte 1980 unter - erst im Juni 1990 konnte sie in Berlin verhaftet werden.

Nach einem umfassenden Geständnis wurde sie zu einer zwölfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt (diese saß sie jedoch nur zur Hälfte ab). Wikipedia schreibt:

Albrecht distanzierte sich während ihres Prozesses von ihrer RAF-Vergangenheit und setzte die Ideologie der Terrorgruppe mit dem Stalinismus gleich. In einer Erklärung während des Prozesses warf sie der RAF „kaltblütige Brutalität“ vor. (Quelle)

Rainer Gausepohl, Sprecher des Bildungssenators Willi Lemke (SPD) sagte laut FOCUS Online, die Resozialisierung Albrechts sei schon wärend ihrer Haft in die Wege geleitet worden. Er spricht von einer „voll gelungenen Resozialisierung“, denn die ehemalige RAF-Aktivistin leiste „sehr gute Arbeit” und habe “sich noch nie etwas zu Schulden kommen lassen“.

BILD-Terror

Die BILD-Zeitung scheint es nun auf die Lehrerin abgesehen zu haben. Es ist schon zuvor immer wieder deutlich geworden, dass die zuständigen Redakteure unter dem Kommando von Kai Diekmann auch eher weniger von unseren rechtsstaatlichen Prinzipien halten.

Aufgrund ihrer Vergangenheit ist Öffentlichkeit das Letzte was Albrecht gebrauchen kann - aber genau diese könnte ihr nun bevor stehen. Auf der Jagt nach Quoten haben Paparazzi in der Vergangenheit schließlich noch jedes persönliche Schicksal in Kauf genommen. So schreibt auch FOCUS Online:

Dem Stadtstaat steht nun also in den kommenden Tagen ein gesteigertes Medieninteresse ins Haus. Der Großteil der Kamerateams, Reporter, Fotografen und Ü-Wagen dürfte dabei weniger an den Wahlen zur Bremischen Bürgerschaft am 13. Mai als an der Jagd auf die frühere RAF-Terroristin interessiert sein.(Quelle)

“… auf dem Rücken unserer Kinder … “

Zurück zu dem Eingangs zitierten Statement von Herrn Perschau. Ich will mir nicht anmaßen über die pädagogischen Fähigkeiten einer mir unbekannten Person zu urteilen. Aber eins kann ich mit Sicherheit sagen: Bei dem hohen Inkompetenz-Quotienten unter deutschen Lehrkräften ist mir eine Ex-Terroristin mit ansprechendem Unterricht doch lieber als vieles was ich als Schüler regelmäßig erleben durfte.

Gott sei dank gibt es auch differenziertere Stimmen aus der Politik. So zitierte die Netzzeitung Volker Beck (Grüne):

Ein Straftäter, der seine Tat bereut und seine Haftstrafe verbüßt hat, müsse wieder die Möglichkeit der Ausübung eines bürgerlichen Berufes haben, betonte [Volker Beck]. “Wenn Frau Albrecht kein Fehlverhalten in der Schule vorzuwerfen ist und sie sich zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bekennt, sehe ich nicht, warum man ihre Tätigkeit als Lehrerin kritisieren sollte.” (Quelle)

Nur am Rande: ist es eigentlich verantwortbar, dass BILD-Redakteure ihr zerstörerisches Werk in aller Öffentlichkeit betreiben dürfen? Unser Rechtsstaat sieht Pressefreiheit vor, diese darf aber nicht auf dem Rücken unserer Bürger erfolgen…

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Assoziales Verhalten mit Niveau!

27. April 2007 Daniel Mescheder

Jakob fordert in seinem Blog:

Holt die Porno-Sonnenbrillen hervor, entstaubt euer altes Mickymaus-”Cap”, setzt jene richtig- und dieses falschherum auf, dreht in privaten und öffentlichen Verkehrsmitteln Classic-Nigga Beethoven und seine Bro’s fett auf und fahrt los.

Classic-Nigga

Worum es geht?

Habe eben Daniel nach Hause gebracht.
Fenster runter, Sonnenbrille auf, Arm raus. Musik voll aufgedreht.
Klassische Musik.

Dies klingt zunächst seltsam, entpuppt sich aber als eine ebenso abgedrehte wie unterstützenswerte Initiative. So bemängelte etwa schon Leon auf nichts.da:

Wo man früher seinen Ghettoblaster auf der Schulter getragen hat, hat man heute das Handy lässig in der Hand und unterhält neben sich selbst auch sein Umfeld. Hierbei ist es egal, ob man gerade auf dem Weg zur Schule, zur Party, in der voll besetzten Feierabend S-Bahn oder in Wartehallen der Deutschen Bahn befindet.

Begegnen wir doch der alltäglichen tragischen Komödie, in welcher halbstarke wannabe Marshall Mathers-Verschnitte die Hauptrolle spielen, auf satirische Art und Weise. Ich für meinen Teil lege mir schon einmal die assozialste auffindbare Sonnenbrille bereit - für den großen Classic-Niggaz-Convoi!

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